Alice Cooper gegen Mario Barth: Wir sind doch nicht blöd!
Kino & TV
14.03.2010
Seltsam: Gleichzeitig gehen die neuen Werbespots von den Konkurrenten Saturn und Media Markt auf Sendung. Und sie werden auch direkt nacheinander gezeigt. Beide sprechen dem jeweils anderen die Kompetenz ab. Eine clevere Verarsche der potentiellen Kunden?
Seit dem 14. Juli 2000 ist vergleichende Werbung unter bestimmten Auflagen in Deutschland erlaubt. Auflagen sind unter anderem, dass die getroffenen Aussagen objektiv nachprüfbar sein und der Wahrheit entsprechen müssen. Vergleichende Werbung darf außerdem nicht irreführend sein und Wettbewerber nicht verunglimpfen oder herabsetzen.
In Sorge um das Image
Allzu oft bekommt der Deutsche vergleichende Werbung allerdings nicht zu sehen. Die entsprechenden Kampagnen sind fast an einer Hand abzuzählen (u.a. McDonalds vs. Burger King, Pepsi vs. Coca Cola, Praktiker vs. Obi).
Dafür dürfte es vor allem zwei Gründe geben: Zum einen die rechtlichen Risiken, die schnell einmal zu juristischen Auseinandersetzungn führen können, zum anderen die Gefahr des Imageverlusts, denn leicht kehrt sich ein solcher Werbespot gegen das Unternehmen selbst, Sympathie geht verloren.
Im Kampf um die Kunden?
Nun gehen also die beiden Technikriesen Saturn und Media Markt aufeinander los. Beide gleichzeitig, beide innerhalb ihrer bereits etablierten Werbe-Reihen, die vor allem auf Humor setzen, und beide mit ihren jeweiligen Zugpferden: Alice Cooper in seiner Bar mit Außerirdischen und Mario Barth auf der Media-Markt-Bühne.
Cooper wird im Saturn-Spot in seiner Bar von "Erdlingen" überrascht, die fragen, ob sie hier im Media Markt seien. Eines der Stammkunden-Aliens antwortet darauf: "Wir sind doch nicht blöd!" Mit viel Gelächter werden die Frager ins Nirvana geschickt.
Für den Media Markt setzt Barth den Saturn mit (welch Überraschung!!!) Frauen gleich. Beide hätten keine Ahnung von Technik.
Alles nur Show!
Eine extrem aggressive Werbestrategie von beiden Seiten. Und ein cleverer Schachzug. Denn in Wirklichkeit hält sich die Konkurrenz zwischen den Unternehmen eher in Grenzen. Media Markt und Saturn gehören nämlich zur Metro AG, die genau am heutigen Datum 1996 ihre Fusion bekanntgab und zu der unter anderem noch die Handelsunternehmen Galeria Kaufhof, real und extra gehören.
Hier wird also konzernintern gelästert. Ein spielerischer Wettstreit in der Familie, der aufgehen dürfte, sofern die Konsumenten nicht empört ausrufen: "Wir sind doch nich blöd!"
Zum Thema vergleichende Werbung könnt ihr euch auch an der neuen Spion-Umfrage beteiligen.
(pb)
Seltsam: Gleichzeitig gehen die neuen Werbespots von den Konkurrenten Saturn und Media Markt auf Sendung. Und sie werden auch direkt nacheinander gezeigt. Beide sprechen dem jeweils anderen die Kompetenz ab. Eine clevere Verarsche der potentiellen Kunden?
Seit dem 14. Juli 2000 ist vergleichende Werbung unter bestimmten Auflagen in Deutschland erlaubt. Auflagen sind unter anderem, dass die getroffenen Aussagen objektiv nachprüfbar sein und der Wahrheit entsprechen müssen. Vergleichende Werbung darf außerdem nicht irreführend sein und Wettbewerber nicht verunglimpfen oder herabsetzen.
In Sorge um das Image
Allzu oft bekommt der Deutsche vergleichende Werbung allerdings nicht zu sehen. Die entsprechenden Kampagnen sind fast an einer Hand abzuzählen (u.a. McDonalds vs. Burger King, Pepsi vs. Coca Cola, Praktiker vs. Obi).
Dafür dürfte es vor allem zwei Gründe geben: Zum einen die rechtlichen Risiken, die schnell einmal zu juristischen Auseinandersetzungn führen können, zum anderen die Gefahr des Imageverlusts, denn leicht kehrt sich ein solcher Werbespot gegen das Unternehmen selbst, Sympathie geht verloren.
Im Kampf um die Kunden?
Nun gehen also die beiden Technikriesen Saturn und Media Markt aufeinander los. Beide gleichzeitig, beide innerhalb ihrer bereits etablierten Werbe-Reihen, die vor allem auf Humor setzen, und beide mit ihren jeweiligen Zugpferden: Alice Cooper in seiner Bar mit Außerirdischen und Mario Barth auf der Media-Markt-Bühne.
Cooper wird im Saturn-Spot in seiner Bar von "Erdlingen" überrascht, die fragen, ob sie hier im Media Markt seien. Eines der Stammkunden-Aliens antwortet darauf: "Wir sind doch nicht blöd!" Mit viel Gelächter werden die Frager ins Nirvana geschickt.
Für den Media Markt setzt Barth den Saturn mit (welch Überraschung!!!) Frauen gleich. Beide hätten keine Ahnung von Technik.
Alles nur Show!
Eine extrem aggressive Werbestrategie von beiden Seiten. Und ein cleverer Schachzug. Denn in Wirklichkeit hält sich die Konkurrenz zwischen den Unternehmen eher in Grenzen. Media Markt und Saturn gehören nämlich zur Metro AG, die genau am heutigen Datum 1996 ihre Fusion bekanntgab und zu der unter anderem noch die Handelsunternehmen Galeria Kaufhof, real und extra gehören.
Hier wird also konzernintern gelästert. Ein spielerischer Wettstreit in der Familie, der aufgehen dürfte, sofern die Konsumenten nicht empört ausrufen: "Wir sind doch nich blöd!"
Zum Thema vergleichende Werbung könnt ihr euch auch an der neuen Spion-Umfrage beteiligen.
(pb)
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