Aus der Rubrik "Unsinnige Umfragen" - Heute: Milliardäre bevorzugen Brünette
Kolumne
Das geht nur wegen der Haare gut © Entertainment Press 2008
08.04.2008
"Das neue Blond heißt Brünett" titelt Spiegel Online heute unglaublich provokativ in seinem Panorama-Bereich. Dieser Überschrift und dem ebenso bahnbrechenden Artikel liegt eine Umfrage zugrunde, nach der reiche Männer offenbar lieber brünette als blonde Frauen heiraten. Für die von "Experten" in Auftrag gegebene und von der Dating-Webseite love@lycos durchgeführte Studie wurden einfach die Haarfarben von 100 Milliardärsgattinnen analysiert. Wow!
Das Ergebnis der allein schon durch die beträchtliche Zahl ihrer Teilnehmer hochgradig repräsentativen Umfrage lautet: Die Mehrheit der Milliardäre, nämlich überzeugende 62%, ist mit braunhaarigen Frauen verheiratet. Nur 22% haben eine Blondine zur Frau. Schwarzhaarige Damen landen in der Beliebtheit der 100 wohlhabenden Männer auf Rang drei und Frauen mit roten Haaren "werden von den Reichen der Welt eher verschmäht", wie man bei Spiegel Online vorbildlich verallgemeinert.
Klasse. Ich glaube nicht, dass ich falsch liege, wenn ich vermute, dass man in etwa dasselbe Ergebnis bekommen hätte, hätte man diese Umfrage mit 100 Müllmännern gemacht. Gibt es nicht generell mehr dunkelhaarige als blonde (erst recht naturblonde) Menschen auf der Welt? Und ist die Haarfarbe rot nicht generell verhältnismäßig selten?
Zur Untermauerung der aussagekräftigen Umfrage zählt Spiegel Online zum Beweis noch ein paar Paradebeispiele brünetter, prominenter Frauen auf, die mit reichen Männern verheiratet sind. Da wird Angelina Jolie genau wie Catherine Zeta-Jones genannt. Auch Carla Bruni fehlt nicht.
Gut, nun geht es darum, welche Frauen die Reichen heiraten und nicht nur darum, mit wem sie Beziehungen eingehen. Dennoch: War nicht Jennifer Aniston einmal die Frau an Brad Pitts Seite? Welche Haarfarbe hatte die noch gleich? Und Flavio Briatore - war der nach Naomi Campbell nicht mit Heidi Klum zusammen? Man muss nur genau hinschauen, dann sieht man, dass sich die beiden Topmodels eigentlich gleichen wie ein Ei dem anderen.
Man könnte natürlich - und Spiegel Online macht das auch - argumentieren, Brad Pitt habe ja eben die brünette Jolie der blonden Aniston vorgezogen. Auch Flavio Briatore ist mit Elisabetta Gregoraci wieder zu den brünetten Schönheiten zurückgekehrt. Doch bezweifle ich erstens, dass der Trennungsgrund im Hause Aniston-Pitt von Jennifer und Angelina auf dem Kopf getragen wird und zweitens, dass Flavio Briatore sich nicht doch irgendwann wieder für ein blondes Topmodel begeistern könnte - solange die Dame mindestens 20 Jahre jünger ist als er.
Und würde Nicolas Sarkozy seine Carla Bruni verlassen, wenn die Schöne auf die Idee käme, sich die Haare rot zu färben? Eine Frage, die wohl genauso sinnlos ist, wie eine Erhebung darüber, welche Haarfarbe die Mehrheit der Milliardärsgattinnen dieser Welt haben.
Spiegel Online rät Frauen, die weder reich noch brünett sind, scherzhaft zum Frisörbesuch. Ich rate: Einfach mal drauf scheißen.
Suse
"Das neue Blond heißt Brünett" titelt Spiegel Online heute unglaublich provokativ in seinem Panorama-Bereich. Dieser Überschrift und dem ebenso bahnbrechenden Artikel liegt eine Umfrage zugrunde, nach der reiche Männer offenbar lieber brünette als blonde Frauen heiraten. Für die von "Experten" in Auftrag gegebene und von der Dating-Webseite love@lycos durchgeführte Studie wurden einfach die Haarfarben von 100 Milliardärsgattinnen analysiert. Wow!
Das Ergebnis der allein schon durch die beträchtliche Zahl ihrer Teilnehmer hochgradig repräsentativen Umfrage lautet: Die Mehrheit der Milliardäre, nämlich überzeugende 62%, ist mit braunhaarigen Frauen verheiratet. Nur 22% haben eine Blondine zur Frau. Schwarzhaarige Damen landen in der Beliebtheit der 100 wohlhabenden Männer auf Rang drei und Frauen mit roten Haaren "werden von den Reichen der Welt eher verschmäht", wie man bei Spiegel Online vorbildlich verallgemeinert.
Klasse. Ich glaube nicht, dass ich falsch liege, wenn ich vermute, dass man in etwa dasselbe Ergebnis bekommen hätte, hätte man diese Umfrage mit 100 Müllmännern gemacht. Gibt es nicht generell mehr dunkelhaarige als blonde (erst recht naturblonde) Menschen auf der Welt? Und ist die Haarfarbe rot nicht generell verhältnismäßig selten?
Zur Untermauerung der aussagekräftigen Umfrage zählt Spiegel Online zum Beweis noch ein paar Paradebeispiele brünetter, prominenter Frauen auf, die mit reichen Männern verheiratet sind. Da wird Angelina Jolie genau wie Catherine Zeta-Jones genannt. Auch Carla Bruni fehlt nicht.
Gut, nun geht es darum, welche Frauen die Reichen heiraten und nicht nur darum, mit wem sie Beziehungen eingehen. Dennoch: War nicht Jennifer Aniston einmal die Frau an Brad Pitts Seite? Welche Haarfarbe hatte die noch gleich? Und Flavio Briatore - war der nach Naomi Campbell nicht mit Heidi Klum zusammen? Man muss nur genau hinschauen, dann sieht man, dass sich die beiden Topmodels eigentlich gleichen wie ein Ei dem anderen.
Man könnte natürlich - und Spiegel Online macht das auch - argumentieren, Brad Pitt habe ja eben die brünette Jolie der blonden Aniston vorgezogen. Auch Flavio Briatore ist mit Elisabetta Gregoraci wieder zu den brünetten Schönheiten zurückgekehrt. Doch bezweifle ich erstens, dass der Trennungsgrund im Hause Aniston-Pitt von Jennifer und Angelina auf dem Kopf getragen wird und zweitens, dass Flavio Briatore sich nicht doch irgendwann wieder für ein blondes Topmodel begeistern könnte - solange die Dame mindestens 20 Jahre jünger ist als er.
Und würde Nicolas Sarkozy seine Carla Bruni verlassen, wenn die Schöne auf die Idee käme, sich die Haare rot zu färben? Eine Frage, die wohl genauso sinnlos ist, wie eine Erhebung darüber, welche Haarfarbe die Mehrheit der Milliardärsgattinnen dieser Welt haben.
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Suse
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