Polen trauert um Präsidenten Lech Kaczynski
City- & Szenenews
11.04.2010
Der Fehler eines Einzelnen kann für andere schwerwiegende Folgen haben: Aufgrund eines Pilotenfehlers starb Lech Kaczynski mit 96 weiteren Insassen bei einem Flugzeugunglück. Ganz Polen trauert um seinen Präsidenten.
Zehntausende kamen zum Amtssitz des verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski: Kerzen und Blumen überall, selbstgemalte Bilder, viele sangen die Nationalhymne. Ein Land in Trauer.
Mehr, als die Militärkirche fassen konnte, wollten an der dortigen Messe teilhaben. Über eine Großleinwand wurde die Zeremonie daraufhin nach draußen übertragen, sodass alle die Worte des Erzbischofs Kazimierz Nycz verfolgen konnten: Dieser Unfall sei ein tragischer Verlust für Polen, der aber zur Einheit der Nation beitragen soll.
Kaczynski, seine Frau sowie hochrangige Militärs und Politiker waren auf dem Weg zu einer Gedenkfeier anlässlich der Ermordung polnischer Soldaten durch den sowjetischen Geheimdienst vor 70 Jahren - doch beim vierten Landeversuch stürzte die Maschine in Smolensk im Westen Russlands ab. Die russischen Behörden machten einen Pilotenfehler für die Tragödie verantwortlich: Die Piloten hätten die Anweisungen der Fluglotsen missachtet.
"Wir trauern mit euch!"
Wie die Tagesschau berichtet, versprach der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, dass sich Russland bei der Aufklärung der Katastrophe beteiligen würde. "Dies ist auch unsere Tragödie. Wir trauern und leiden mit euch." Der Unfallhergang könnte schon bald rekonstruiert werden: Die Flugschreiber wurden bereits gefunden. Rund 40 russische Spezialisten hatten sich innerhalb kürzester Zeit am Unglücksort zur Spurensuche eingefunden.
Die Opfer wurden bereits mit einem Hubschrauber nach Moskau gebracht, wo die Leichen identifiziert werden sollen. Die Leiche des Präsidenten hingegen wird laut dem Standard direkt in die polnische Hauptstadt Warschau gebracht, wo sie um 14 Uhr MESZ eintreffen soll. Noch am Vorabend hatte der Zwilling Jaroslaw Kaczynski seinen Bruder in Smolensk identifiziert.
Staatstrauer trifft Neuwahl
Der polnische Regierungschef Donald Tusk, der sich gemeinsam mit Jaroslaw Kaczyinski vor Ort ein Bild von der Katastrophe gemacht hatte, zeigt sich tief betroffen: "Die moderne Welt hat noch nie eine solche Tragödie erlebt." Für heute Mittag setzte er zwei Schweigeminuten an, darüber hinaus eine einwöchige Staatstrauer. Auch die Europäische Union sieht für Montag zwei Schweigeminuten vor und setzt in Brüssel alle Fahnen auf Halbmast.
Der polnische Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski hatte nach dem Unglück die Amtsgeschäfte des Verstorbenen übernommen und kündigte bereits an, dass bald ein neuer Präsident gewählt werden müsste. In den nächsten 14 Tagen soll die Neuwahl ausgerufen werden, welche dann innerhalb von 60 Tagen folgen muss.
(nm)
Der Fehler eines Einzelnen kann für andere schwerwiegende Folgen haben: Aufgrund eines Pilotenfehlers starb Lech Kaczynski mit 96 weiteren Insassen bei einem Flugzeugunglück. Ganz Polen trauert um seinen Präsidenten.
Zehntausende kamen zum Amtssitz des verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski: Kerzen und Blumen überall, selbstgemalte Bilder, viele sangen die Nationalhymne. Ein Land in Trauer.
Mehr, als die Militärkirche fassen konnte, wollten an der dortigen Messe teilhaben. Über eine Großleinwand wurde die Zeremonie daraufhin nach draußen übertragen, sodass alle die Worte des Erzbischofs Kazimierz Nycz verfolgen konnten: Dieser Unfall sei ein tragischer Verlust für Polen, der aber zur Einheit der Nation beitragen soll.
Kaczynski, seine Frau sowie hochrangige Militärs und Politiker waren auf dem Weg zu einer Gedenkfeier anlässlich der Ermordung polnischer Soldaten durch den sowjetischen Geheimdienst vor 70 Jahren - doch beim vierten Landeversuch stürzte die Maschine in Smolensk im Westen Russlands ab. Die russischen Behörden machten einen Pilotenfehler für die Tragödie verantwortlich: Die Piloten hätten die Anweisungen der Fluglotsen missachtet.
"Wir trauern mit euch!"
Wie die Tagesschau berichtet, versprach der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, dass sich Russland bei der Aufklärung der Katastrophe beteiligen würde. "Dies ist auch unsere Tragödie. Wir trauern und leiden mit euch." Der Unfallhergang könnte schon bald rekonstruiert werden: Die Flugschreiber wurden bereits gefunden. Rund 40 russische Spezialisten hatten sich innerhalb kürzester Zeit am Unglücksort zur Spurensuche eingefunden.
Die Opfer wurden bereits mit einem Hubschrauber nach Moskau gebracht, wo die Leichen identifiziert werden sollen. Die Leiche des Präsidenten hingegen wird laut dem Standard direkt in die polnische Hauptstadt Warschau gebracht, wo sie um 14 Uhr MESZ eintreffen soll. Noch am Vorabend hatte der Zwilling Jaroslaw Kaczynski seinen Bruder in Smolensk identifiziert.
Staatstrauer trifft Neuwahl
Der polnische Regierungschef Donald Tusk, der sich gemeinsam mit Jaroslaw Kaczyinski vor Ort ein Bild von der Katastrophe gemacht hatte, zeigt sich tief betroffen: "Die moderne Welt hat noch nie eine solche Tragödie erlebt." Für heute Mittag setzte er zwei Schweigeminuten an, darüber hinaus eine einwöchige Staatstrauer. Auch die Europäische Union sieht für Montag zwei Schweigeminuten vor und setzt in Brüssel alle Fahnen auf Halbmast.
Der polnische Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski hatte nach dem Unglück die Amtsgeschäfte des Verstorbenen übernommen und kündigte bereits an, dass bald ein neuer Präsident gewählt werden müsste. In den nächsten 14 Tagen soll die Neuwahl ausgerufen werden, welche dann innerhalb von 60 Tagen folgen muss.
(nm)
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