Kriminelles von der Ostsee in Frankfurt

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Florian Ostrop stellt Ostseekrimis nach; © BennoP
18.10.2011

Im Vergleich zu den Vorjahren ging es auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse beinahe gemütlich zu.

Laut stern.de zogen die Veranstalter der Frankfurter Buchmesse auch in diesem Jahr ein positives Fazit. Mit 280 000 Besuchern bewege man sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Doch der Eindruck war ein anderer. Natürlich war auch dieses Jahr an ein gemütliches Schlendern über das Messegelände nicht zu denken. Vor allem an den Besuchertagen Samstag und Sonntag, an denen sich die Branche den Lesern präsentierte, stand man gerne mal im Stau vor den Rolltreppen oder musste sich mühsam an den Menschenansammlungen vorbeizwängen, die den Worten eines prominenten Autors oder eines schreibenden Prominenten lauschten. Doch insgesamt fühlte man sich weit weniger vom Gedränge gedrängt als in den Vorjahren.

Für Florian Ostrop, Lektor beim Rostocker Hinstorff Verlag, genau die richtige Mischung. Die Messe sei entspannter, das Interesse an den Büchern des Verlags dennoch nicht weniger groß. Die Besucher nehmen sich mehr Zeit, bleiben stehen, blättern in den Büchern. Eine ganze Regalwand ist der neuen Reihe der Ostseekrimis vorbehalten, mit der sich Hinstorff im Bereich der Regionalkrimis etablieren will (der Spion berichtete). Ein Unterfangen, das man schon nach knapp zwei Monaten als gelungen bezeichnen kann, denn die Bücher verkaufen sich bestens.

Island schlägt die E-Books

Großes Interesse galt auch Gastland Island. Die Insel, die sich weltweit der höchsten Schriftstellerdichte und dem höchsten Buchkonsum pro Einwohner rühmen darf, präsentierte sich in Frankfurt mit 203 Neuerscheinungen und etwa 40 Autoren. Gastland-Koordinator Halldór Gudmundsson berichtete von einer "überwältigenden und fast schon euphorischen Resonanz" auf den Ehrengast-Auftritt Islands. 2012 ist Neuseeland Gastland am Main.

Die E-Books und ihre Reader hielten sich dagegen bedeckter als noch im letzten Jahr. Zwar waren sie durchaus Gesprächsthema in Diskussionsrunden und Vorträgen, dem schlendernden Besucher zeigten sie sich aber eher etwas verschämt. Denn wer über den E-Book-Markt in Deutschland spricht, hat immer das berühmte "noch" auf der Zunge: Noch bleibt der große Boom aus.

Ein anderer Trend bestätigte sich stattdessen: Auch Frankfurt wird mehr und mehr von jungen Mangafans erobert. Noch sind sie auf der "seriöseren" der beiden Buchmessen nicht so allgegenwärtig wie in Leipzig (der Spion berichtete), aber sie zeigen sich!

(pb)

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