"Die Verordnung entspricht nicht den Bedürfnissen der Tiere"

City- & Szenenews

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© Jagodka
13.12.2011

Entgegen der Verordnung wurden die Käfige in der Güstrower Nerzfarm nicht vergrößert. Der Tierschutz demonstriert - während die Farmbetreiber sich doch nur dem Wohl der Tiere verschreiben.

Vergrößerung der Käfige, Kletter- und Bademöglichkeiten, solide Untergründe anstelle von Drahtgittern: Diese neue, rechtsverbindliche Nutztierhaltungsverord-
nung müssen deutsche Tierfarmen bis zum Jahr 2016 umsetzen. Die 'Größe' der Käfige galt es bis Montag von 0,27 Quadratmeter auf mindestens drei Quadratmeter aufzustocken. Eine Maßnahme, die in der Nerzfarm in Güstrow-Klueß nicht getroff-
en wurde. Vor diesem Hintergrund demonstrierten Aktivisten der Tierschutzorga-
nisation "Vier Pfoten" am Montag auf der Zufahrt zur Nerzfarm - zum Unverständnis der Betreiber. Das berichten die Schweriner Volkszeitung und T-Online.

Illegalerweise würden die Nerze auf der Farm nach wie vor in viel zu kleine Käfige gezwängt. "[A]uf [...] der Güstrower Farm [werden] noch Hunderte Tiere in die winzi-
gen Altkäfige gepfercht, die rechtlich vorgeschriebenen Umbauten haben nicht stattgefunden. Diese illegale Farm muss von den zuständigen Behörden sofort still gelegt werden", fordert Thomas Pietsch, Wildexperte der "Vier Pfoten", gegenüber der Schweriner Volkszeitung. "Hier wird mit Tierquälerei Geld verdient. Wir haben bereits Strafanzeige gegen den Farmbetreiber gestellt." Nicht lediglich die Umrüst-
ung der Pelztierfarmen auf den neuen Standard, sondern langfristig ein bundes-
weites Verbot der Pelztierhandlung ist, was die Tierschutzorganisation fordert.

"Die neue Verordnung entspricht nicht dem Tierschutz"

Jürgen Brokamp, Präsident des Zentralverbandes Deutscher Pelztierzüchter und Sprecher der Nerzfarm, bestätigte die Vorwürfe. "Es ist richtig, die Käfige in Güstrow wurden nicht vergrößert, weil der Farmbetreiber gerade gegen die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die größere Käfige vorsieht, klagt." Eine Vorgehens-
weise, der vielerlei Betreiber von Nerzfarmen nachgehen würden. "Das Gericht muss zunächst klären, ob ein Umbau der Käfige überhaupt notwendig ist."

Und das - in den Augen Brokamps - aus gutem Grunde. "Die neue Verordnung entspricht nicht den Bedürfnissen der Tiere", unterstrich dieser. "Wir wollen die alten Käfige beibehalten, weil es sich um domestizierte Tiere handelt. Wenn wir sie in größere Käfige tun, werden sie dedomestiziert und es wird immer ein Kampf, wenn wir sie aus diesen Käfigen herausholen wollen." Demzufolge schade ein Umbau den Tieren vielmehr, als dass er ihnen helfe. Das gelte ebenso für die vorgesehen-
en Wasserbecken, in denen Jungtiere häufig ertränken, während die erwachsenen Tiere an Infektionen dahingerafft würden. "In unseren Versuchsgehegen nach den neuen Vorschriften sind 50 Prozent der Tiere gestorben", bemerkte Brokamp laut T-Online.

Einer sinnvollen, möglichst auch EU-weiten Veordnung würden sich die Pelztier-
züchter nicht verweigern - von einer Umsetzung der derzeitigen Verordnung aber sehe Brokamp ab. "Ich bin mir sicher, dass die Richter für uns entscheiden, wenn sie erst einmal Fachleute angehört haben." Das sei bei der neuen Verordnung bislang nicht der Fall gewesen - und diese "entspricht gerade nicht dem Tierschutz."

(nm)
6
Kommentare insgesamt

Aspergo a.
13.12.2011 13:52
Gast
Nun aus meiner sicht neue Verordnung ist neue Verordnung.Damit bedeutet es sie machen sich zur Zeit strafbar und was viel schlimmer ist die Behörden gucken irgendwie zu was denn nun passiert.

Das ist seltsam verstößt ein anderer gegen z.b. gegen die Hygieneverordnung und ist betreiber eines Imbiss so wird sein Laden sofort dicht gemacht ohne das man nun erst klären muss wieviele Pommes im frittenfett schwimmen dürfen.

Steffen O.
14.12.2011 21:18
Gast
ganz deiner Meinung Aspergo

Der Artikel hier beschäftigt sich auch mit Massentierhaltung
http://www.der-postillon.com/...kott-von-honig.html

Sweetdevel G.
14.12.2011 21:29
Gast
Scheiß Tiermörder !!!!!! Geld gibt ein gutes gefühl aber mörder landen in der Hölle !!!

Aspergo a.
15.12.2011 13:37
Gast
Ganz so hardcore würde ich das nicht sehen.Die Nachfrage bestimmt das Angebot

Aspergo a.
15.12.2011 13:37
Gast
Ganz so hardcore würde ich das nicht sehen.Die Nachfrage bestimmt das Angebot

Nun J.
16.12.2011 17:26
Gast
Ich würde das auch nicht so sehen..

Wer hat denn keine Lederjacke oder Schuhe aus Rindsleder und so weiter.. Die armen kleinen Wuschelnerze und wie sie alles heissen.. Aber was ist mit den eigenen Klamotten? Muss nicht auch die Kuh dafür sterben damit wir warme Schuhe haben?

Nichts desto Trotz hat man sich an Verordnungen zu halten. Der Besitzer der Pelztierfarm gehört bestraft.
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